Donnerstag, 11. dezember 2008
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Motto:
Tu ne cede malis, sed contra audentior ito
(Vergil)
Im Herbst und Winter Golf zu spielen, ist ein Vergnügen, das ich mit wenigen teile. Mein Kumpel Benno ist so einer, der es scheinbar nicht erwarten kann, bis die ersten Spätherbststürme über den
Platz fegen und leichter Nieselregen die Fairways allmählich in sumpfigen Morast zu verwandeln drohen.
"Jetzt sitzen die ganzen Poser-Golfer zu Hause und überlegen, ob sie in den Weihnachtsferien doch noch nach Malle fliegen und sich in Viererflights im Fünfminutentakt über erschöpfte Plätze
quälen sollen! Die sehen wir vor dem Frühjahr sowieso nicht wieder, also haben wir hier unsere Ruhe!" So reibt er sich jedes Jahr die Hände, bevor er trotz schönem Drive wieder einmal
fassungslos feststellen muß, dass der Ballflug zu dieser Jahreszeit erneut zwanzig Meter zu kurz geraten ist. Kein roll, kein gnädiger bounce, nur brutales carry mit Schlammsteckschussgarantie. Ja
Ja, auf Malle hätten wir jetzt einigermaßen reguläre Spielbedingungen. Ob ich aber tauschen würde, wenn ich könnte?
Nein!
Klar, Golfen in dieser Jahreszeit birgt auf den Plätzen jetzt hierzulande mannigfache Demütigungen: Benzinger in Serie, jede Menge Dreck und schwerfällige Schwünge in dicken Klamotten, die mitunter
Raumanzügen ähneln.
Aber da lachen wir nur drüber. Denn wir haben frühmorgens den Platz für uns. Können den einen oder anderen Extra-Ball spielen und trainieren, Schläger ausprobieren, die während der vergangenen
Saison im Reservebag herumdösten und vergeblich auf ihren Einsatz warteten. Ich probiere auch gerne Schläge aus, an die ich mich sommers nur zögerlich gewagt habe (mein Hit im Augenblick: der hohe
Chip mit offenem Blatt). Allerdings lasse ich meine derzeitigen Favoriten, die GooseNecks, zu Hause. Im Winter hole ich mein erstes und mittlerweile ausrangiertes Set aus dem Keller (alte Spalding
Musclebacks) und traktiere damit Ball und Boden. Und immer wieder verspreche ich mir, mit den alten Eisen eine Saison zu bestreiten.
Ich genieße die morgendliche Kühle und den Nebel über dem Fairway. Ich genieße es, mit noch weniger Schlägern unterwegs zu sein, als ich sonst schon gewillt bin mitzunehmen. Ich genieße es, auf dem
Platz die Handvoll verbliebenen Golfer zu grüßen, die gleichen Sinnes sind. Benno sagt immer, das seien echte Golfer und keine Adabei-Poser, deren Saisonhöhepunkte aus hochsommerlichen
Siebenstundenturnieren des Charity-Circuit unter Beteiligung der üblichen D-Promis bestehen.
Recht hat er.
Nein, die äußeren Bedingungen mögen vielleicht für manche unangenehm sein, aber das juckt mich nicht.
Viel schlimmer sind die witterungsbedingt unsicheren Startzeiten. Das Zittern geht schon Mitte der Woche los: Hält das Wetter am Wochenende? Ist der Platz offen? Sind die Grüns überhaupt
bespielbar?
Das sind im Grunde die existentiellen Fragen, die uns beschäftigen, und erst nach Weihnachten wird entschieden, zu welcher Insel wir zu Karneval jetten.
Ach so, nein nein, keine Sorge! Mallorca ist nicht gemeint.
Aber das ist ja ein anderer Blog...
(c) Fred Böhle-Holzapfel
von GooseNeck
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veröffentlicht in: Golf Golfschläger Golfplätze
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